Seawatch-Ausstellung „Retten statt Reden“

Das Netzwerk lädt zur Sea Watch-Ausstellung „Retten statt Reden“ mit umfangreichem Begleitprogramm an verschiedenen Orten ein / Eröffnung am 08. August um 16 Uhr im Luther LAB

In Zeiten restriktiverer Gesetzte, des zunehmenden Rechtspopulismus und der Abschottung Europas wollen  wir nicht wegsehen! Drei Wochen lang – vom 08. August – 30. August 2020 – zeigen wir in Kooperation mit Seebrücke Bochum und der Naturfreundejugend NRW die Fotoausstellung der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch.

Demokratie leben_2020_Logoleiste

Die Ausstellung und  das begleitende Programm machen aufmerksam auf das Sterben im Mittelmeer, die aktuelle Situation rund um Flucht und Vertreibung und unseren Umgang damit. In Zusammenarbeit mit Initiativen und Institutionen vor Ort laden wir ein zu Gespräch und Vernetzung um kraftvolle Impulse für weiteres Engagement und Veränderung zu entwickeln.
Ausstellung + Begleitprogramm werden gefördert vom Bundesprogramm: Demokratie leben! / Bochum: „Farbe bekennen – Demokratie leben“ und dem Stadtteilfonds WLAB.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos (Spenden für Sea-Watch sind erwünscht) und finden unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Coronaschutzverordung statt.

Die Ausstellung kann nach Rücksprache auch zu anderen Zeiten als angegeben besucht werden. Für Anfragen oder Unterstützung/Mitwirkung gerne Email an: netzwerk-langendreer@posteo.de

Hier der Flyer und das Plakat zur Ausstellung. das Komplettprogramm findet sich unten.

PROGRAMM

08.08. / Samstag / 16:00 Uhr / LutherLAB
Ausstellungseröffnung

Eröffnungsprogramm mit Dr. Gerald Hagmann, Superintendent des ev.
Kirchenkreises Bochum und Schirmherr der Ausstellung, Andrea Busche,
Bezirksbürgermeisterin, Khadafi, Rapper und Mensch mit eigener Fluchterfahrung, dem Chor United Voices unter der Leitung von Jens Kolpatzik, der Cellistin Katja Denzler und Raum für Gespräche, Diskussion, Begegnung….
Luther LAB

09.08. / Sonntag  / LutherLAB
– 11:00 -18:00 Uhr Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 12:00 Uhr Dokumentarfilm „Sea-Watch – Rettung in letzter Sekunde“
Im Juli 2019 sprechen alle über die „Sea-Watch 3“ und ihre Kapitänin Carola Rackete. Doch wie begann das Projekt Sea-Watch?
In der Dokumentation „Rettung in letzter Sekunde“ von 2015 begleitete Fernsehjournalist Peter Podjavorsek das Team der Sea-Watch zwei Wochen lang und beobachtete die Geschehnisse an Bord des Rettungsschiffs. Er war dabei, als die Crew innerhalb weniger Tage rund 600 Flüchtlinge rettete. Viele von ihnen wären möglicherweise auf hoher See ertrunken, denn im Einsatzgebiet der Sea-Watch nordöstlich von Tripolis fuhren nur wenige andere Schiffe. Auch die Seenotrettung und die Marine waren nicht vor Ort. Der Autor hat miterlebt, wie qualvoll das lange Warten für die Flüchtlinge, aber auch für die Crew war, bis endlich Hilfe kam und die Flüchtlinge von der Rettungsinsel ins sichere Schiff steigen konnten.

10.08. / Montag / 19:30 Uhr / Bahnhof Langendreer
Mittelmeermonologe

Die „Wort und Herzschlag gUG“ in Berlin mit ihrem aktuellen Programm:
Die MITTELMEER-MONOLOGE erzählen von der politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen „Küstenwachen“ und zweifelhaften Seenotrettungsstellen, sowie von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen.
Diese Aktivist*innen überzeugen beim „Alarmphone“ die Küstenwachen, nach Menschen in Seenot zu suchen oder lernen auf der Sea-Watch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren, kurzum – sie tun das eigentlich Selbstverständlichste, was im Jahr 2020 alles andere als selbstverständlich ist: menschliches Leben zu retten!
Regie: Michael Ruf
Veranstaltet in Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer

11.08. / Dienstag:
– 9:00-12:00: „Wir tragen mit“ Lebendige Ausstellung – Mahnwache
  auf dem Wochenmarkt in Langendreer
– 13:00 -17:00 Uhr / LutherLAB: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“

12. August / Mittwoch / 19:00 Uhr / LutherLAB
Todesursache Flucht – Das Sterben vor den europäischen Außengrenzen

Das Mittelmeer ist die tödlichste Grenze der Welt. Doch nicht nur durch
Ertrinken sterben täglich Menschen bei dem Versuch, Zuflucht hier in
Europa zu finden. Viele erreichen erst gar nicht die Küste, wo sie ein
Boot besteigen könnten.
Knut Rauchfuss, Arzt und im Vorstand der medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum erläutert in seinem Vortrag, warum Menschen sich auf den Weg nach Europa machen, welchen Gefahren und Entbehrungen sie auf ihrem langen Weg ausgesetzt sind und welche Mauern die Festung Europa bereits weit vor ihren unmittelbaren Außengrenzen zur Abwehr von Flüchtlingen errichtet hat.

13. August / Donnerstag / 10:00 -18:00 Uhr
Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“

15. August / Samstag / Luther LAB
– 11:00 -18:00 Uhr: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 12:00 und 16:00 Uhr: Dokumentarfilm „Sea-Watch – Rettung in letzter Sekunde“
– 19:00 Uhr: Literarische Lesung mit Jele Brückner und Marius Huth, Ensemblemitglieder des Schauspielhaus Bochum.
In ebenso humorvollen wie berührenden Miniaturen aus der Welt der Literatur geht es um das Ankommen, um die Hoffnung und die Zuversicht. Das Spektrum reicht von Saša Stanišić´ „Herkunft“ über Gedichte von Mascha Kaleko bis zu den Facebook-Post von About Saeed.

16. August / Sonntag / LutherLAB
– 11:00 -18:00 Uhr: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 12:00 und 16:00 Uhr: Dokumentarfilm „Sea-Watch – Rettung in letzter Sekunde“
– 17:00 Uhr „We’ll come united – gegen Abschiebungen nach Afghanistan, Guinea und überhaupt“‚
Zur Durchsetzung ihrer Flüchtlingspolitik ist die Bundesregierung bereit, Menschen in Krisen- und Kriegsgebiete abzuschieben, in denen ihr Leben bedroht ist: Zum Beispiel nach Afghanistan, wo in den letzten Jahren mehr Menschen durch Krieg und Terroranschläge getötet wurden als je zuvor. Oder in Länder mit korrupten Regierungen, wo Polizei und Militär brutal gegen Proteste der Zivilbevölkerung für mehr Demokratie vorgehen wie z. B. in Guinea. Mit dieser Veranstaltung rufen Nabie Ghorbani aus Afghanistan und Mohamed Bangoura aus Guinea mit Freund*innen dazu auf, sich gemeinsam gegen Hetze und Ausgrenzung und für gleiche soziale Rechte für alle Menschen einzusetzen. Sie sagen NEIN zu einer Politik der Abschreckung, Angst und Abschiebungen für Geflüchtete. Stattdessen möchten sie Perspektiven für ein gemeinsames Leben und Miteinander in einer solidarischen Gesellschaft diskutieren.

18. August / Dienstag
– 10:00 -17:00 Uhr / LutherLAB: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“

19:00 / Naturfreundezentrum: Dokumentarfilm – Griechenland und die vergessenen Flüchtlinge auf Lesbos
Ein Flüchtlingslager außer Kontrolle: Im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos herrschen grauenhafte Zustände. Dort wurde das Leben eineinhalb Jahre lang beobachtet. Mehrere tausend Menschen zu viel leben in diesem Flüchtlingslager. Chaos, Brandstiftungen und sexuelle Übergriffe sorgen für Angst. Die EU und die griechische Regierung sind überfordert. Presseberichte sind nicht erwünscht. Beobachter*innen wurden während der Recherche sogar kurzzeitig von der Polizei festgehalten. Bewohner*innen werden begleitet, Expert*innen von Ärzte ohne Grenzen, Sea-Watch und anderen NGOs getroffen und der Sprecher des Bürgermeisters interviewt.

19. August / Mittwoch LutherLAB
19:00 Uhr Lesung und Musik – Texte über Flucht, die Liebe und das Leben mit musikalischer Begleitung
„Neu in Deutschland“ (nid) ist eine deutschsprachige Zeitung über Flucht und Ankommen mit Texten geflüchteter Menschen. Zugleich ist es eine Plattform für vielfältige persönliche Begegnungen. 2015 als Hilfsprojekt für Geflüchtete gestartet, entwickelte sich „nid“ zu einem literarischen Demokratieprojekt, in dem geflüchtete Menschen sich mit starken, sehr unterschiedlichen Stimmen in der deutschen Gesellschaft zu Wort melden.
„nid“ stärkt gesellschaftliche Teilhabe, demokratisches Bewusstsein und somit ein Zusammenleben, das auf die Werte von Freiheit, Mündigkeit und Verantwortung setzt.

20. August / Donnerstag / LutherLAB
10:00-18:00 Uhr: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 19:00 Uhr: Safe Our Souls – ökumenische Andacht, mit den Pastoren Thomas Vogtmann, Michael Kemper und Tim Lindner

23. August / Sonntag
– 11:00-18:00 Uhr / LutherLAB Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
12:00 Uhr / LutherLAB: Dokumentarfilm „Sea-Watch – Rettung in letzter Sekunde
– 17:45 Uhr / endstation.kino: Spielfilm „Styx“
Rike – Notärztin aus Köln, 40 Jahre alt – verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, zielstrebig und engagiert. Im Urlaub sticht sie von Gibraltar alleine auf ihrem Segelboot in See. Nach einem Sturm findet sie sich plötzlich in Nachbarschaft eines mit Flüchtlingen überladenen havarierten Fischerbootes wieder. Rike fordert zunächst per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, wird es Zeit, selbst zu handeln.

24. August / Montag / 19:00 Uhr / Naturfreundezentrum
Ankerzentren – Isolation und keine Integration von schutzsuchenden Flüchtlingen und wie Abschreckung auch funktioniert

Den wenigsten dürfte bekannt sein, was Ankerzentren sind. Auch über die Art und Weise, wie Menschen dort von den deutschen Behörden behandelt werden, soll offensichtlich nichts in die Öffentlichkeit gelangen.Wir wollen darüber aufklären. Die Ankerzentren heißen heute in NRW „Zentrale Unterbringungseinrichtungen“ (ZUE). Dass es um weit mehr als Unterbringung geht, wollen wir auch anhand einer Power Point Präsentation darstellen. Diese Einrichtungen dienen vor allem der Abschreckung und repräsentieren heute ein Stück der „Haut-bloß-bald-wieder-ab-Kultur“. Diese Unkultur ist längst Realität und wird immer weiter verschärft durch die Gesetze der GroKo.
Vortrag und Gespräch mit Jürgen Wolff und Wolfgang Dominik von VVN-BdA Bochum und Netzwerk Flüchtlinge Bochum Laer

25. August / Dienstag
– 10:00-17:00 Uhr / LutherLAB: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 19:00 / Naturfreundezentrum: Dokumentarfilm – Flucht nach Europa – Lesbos am Limit
Nur ein paar Kilometer von der türkischen Küste entfernt symbolisiert die griechische Insel Lesbos für viele Menschen auf der Flucht das Tor ins „Paradies“ Europa. Noch immer landen täglich Boote mit Geflüchteten vor allem aus Syrien, Irak und Afghanistan an den Küsten. Doch wer hier ankommt sitzt monate- bis jahrelang auf der Insel fest. Nix da, Paradies. „Welcome to Prison“ steht auf der Wand des Flüchtlingscamps Moria, einem Hotspot der für 3000 Menschen ausgelegt war und in dem aktuell rund 12000 Menschen unter den unwürdigsten Bedingungen leben. Seit dem EU-Türkei-Deal, seit Einführung sogenannter Hotspots, seitdem die Balkanroute dicht ist und auf der Flucht von Libyen oder Marokko über das Mittelmeer tausende Menschen ertrinken, platzt die griechische Insel aus allen Nähten. 12.000 Geflüchtete auf 85.000 Einwohner*innen. Wie leben die Menschen hier miteinander? Was läuft falsch an den Außengrenzen Europas? Und warum passiert nichts?

27. August / Donnerstag / LutherLAB
– 10:00-18:00 Uhr / LutherLAB: Öffnungszeit  Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 19:00 Uhr: Treffen Seebrücke Bochum
Schwerpunktthema wird die Aktion „#WirHabenPlatz – auch in Bochum“ der bundesweiten Seebrücke sein. Schon viel zu lange sitzen über 40.000 Menschen in überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln fest, unter ihnen über 4.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche. Die Lebensbedingungen dort sind unmenschlich. Bochum hat die Infrastruktur und viele engagierte Menschen, um unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufzunehmen! Was können wir tun, wie könnten wir Bundestags- und Landtagsabgeordnete zum Handeln auffordern, um besonders schutzbedürftigen Menschen in Bochum Platz zu bieten?

28. August / Freitag / 12:00-18:00 Uhr / LutherLAB
Fridays for Future – „Klimawandel als Fluchtursache“
Die Klimakrise hat gravierende Auswirkungen. Schon jetzt müssen viele Menschen vor den Folgen fliehen. Zwischen 200 und 600 Millionen Menschen werden bis 2100 vom Klima vertrieben werden. Doch was bedeutet das eigentlich, zu fliehen? Wenn der ehemalige Lebensraum unbewohnbar wird? Was bedeutet das für die eigene Identität und Zukunftsperspektive? Wie genau zwingt die Klimakrise Menschen zur Flucht? Und wo fliehen Menschen hin, kommen sie wirklich alle nach Mitteleuropa? Können überhaupt alle fliehen? Und sind wir im globalen Norden in der Pflicht, als Hauptverursachende für Menschen auf der Flucht Verantwortung zu übernehmen? Und wie können und sollten wir überhaupt helfen?
Mit diesen und euren eigenen Fragen wollen wir uns gemeinsam in diesem Workshop beschäftigen.

29. August / Samstag / LutherLAB
– 11:00-18:00 Uhr Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
– 12:00 und 16.00 Uhr Dokumentationsfilm Sea-Watch Rettung in letzter Sekunde

30. August / Sonntag / LutherLAB
11:00-18:00 Uhr: Öffnungszeit Ausstellung „Retten statt Reden – zivile Seenotrettung an Europas Grenzen“
12:00 Uhr Dokumentarfilm „Sea-Watch – Rettung in letzter Sekunde“
17:00 Uhr Hinschauen – Erkennen – Entscheiden – Handeln
mit Martin Kolek, Crew-Mitglied bei der Sea-Watch und Mitautor des Buches „Neuland – Mission Possible“.
Es werden eindringliche Filmaufnahmen und Fotos von den Einsätzen mit der Sea-Watch gezeigt. Martin war im Mittelmeer mit der “Sea-Watch2” vor der Küste Libyens und auf der „Sea-Watch3“ im Einsatz, um Menschen in Seenot zu retten. Oft kamen die Retter*innen rechtzeitig, manchmal zu spät oder durften gar nicht losfahren. Er wird über das Leben an Bord und persönliche Schicksale aus Gesprächen mit Geflüchteten berichten. „Schlimmer, als sich mit den Ertrunkenen zu konfrontieren, sich den Toten zu stellen, die Menschenrechtsverletzungen zu erkennen ist es, einfach wegzugucken: Wo sind wir eigentlich? Hinschauen-Erkennen-Entscheiden-Handeln.

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